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Aufnahme von Vertriebenen aus den Kriegsgebieten in der Ukraine - Hinweise zum Ablauf in Lehrte

Tue, 01 Mar 2022 12:17:32 +0000 von Armin Albat

Die Stadt Lehrte ist für die Unterbringung der Ankommenden zuständig und sucht dringend weiteren Wohnraum. Wer bereit ist, Menschen aus der Ukraine bei sich aufzunehmen, sollte sich direkt an die Stadt Lehrte wenden: Telefonisch unter 05132/505-0 oder per E-Mail unter ukrainehilfe@lehrte.de. Außerdem sucht die Stadt Gastfamilien für junge Ukraine-Flüchtlinge: bitte per Mail an gasteltern@lehrte.de melden.

Die gemeldeten Zimmer und Wohnungen werden nicht immer sofort von der Stadt belegt. Die Stadt bittet um etwas Geduld und meldet sich möglichst frühzeitig vor der Belegung.

Wer einen schriftlichen Vertrag mit seinen Gästen abschließen möchte, kann einen normalen Mietvertrag oder eine Nutzungsüberlassungsvereinbarung abschließen. Eine Nutzungsüberlassung ist kurzfristig kündbar. Die Überlassung erfolgt kostenlos, es dürfen jedoch Nebenkosten berechnet werden. Ein unverbindliches Muster für eine entsprechende Nutzungsüberlassungsvereinbarung finden HIER. Das Muster ist auf die jeweiligen Verhältnisse individuell anzupassen. Wir können verständlicherweise keinerlei Gewähr für eine sachgerechte Vereinbarung übernehmen.

Wenn Geflüchtete hier bei uns ankommen, ist der Ablauf für die Aufnahme in Lehrte etwas vereinfacht wie folgt:
  • Die Geflüchteten melden sich im Bürgerbüro der Stadt Lehrte. Es erfolgt Zuweisung in eine Unterkunft. Am besten ruft man vorher über die zentrale Nummer der Stadtverwaltung 05132/505-0 an oder meldet sich direkt beim Bürgerbüro.
  • Mit der Anmeldung bekommt man direkt Sozialleistungen, also Geld. Die Stadtverwaltung füllt mit Unterstützung durch die AWO Migrationsberatung und den Migrationsfachdienst der Diakonie Hannover-Land die Anträge auf Sozialhilfe (SGB XII) aus.
  • Die Meldebehörde der Stadt Lehrte übernimmt die Weitervermittlung an die Ausländerbehörde der Region Hannover. So ist es zwischen den Regionen und Kommunen besprochen worden. Die Ausländerbehörde bittet explizit darum, dass dieser Vorgang so durchgeführt wird. 
  • Wichtiger Hinweis für die privaten gastgebenden Haushalte: Bitte unbedingt die Namen der ukrainischen Gäste an die Außenbriefkästen anbringen. Andernfalls kann keine Post ankommen. 
  • Geflüchtete aus der Ukraine können mit ihren ukrainischen Ausweispapieren kostenlos den öffentlichen Nahverkehr nutzen. 
  • Die Telekom und O2 bieten den ukrainischen Gästen kostenfreie SIM-Karten an. Bitte unbedingt den Vertragswortlaut beachten – ggf. in eine Beratungsstelle kommen.
  • Anspruch auf Krankenhilfeleistungen: Geflüchtete aus der Ukraine haben Anspruch auf Leistungen. Diese können in Lehrte in der Gartenstraße 5 beantragt werden. Montags und Donnerstags 08:00-12:00 und 14:00-16:00 sind die Sprechzeiten. Außerhalb dieser Zeiten melden Sie sich bitte unter der Telefonnummer 05132/505-3203. Krankenscheine werden unkompliziert gleich für das ganze Quartal mit dem Sozialhilfebescheid ausgegeben.

Wir empfehlen den neu ankommenden Menschen eine erste Orientierungsberatung durch die Sozialarbeiter*innen zu den Themen Aufenthalt, Registrierung in der Landesaufnahmebehörde, Sozialleistungen, Medizinische Versorgung, Psychosoziale Hilfen usw. Dies kann über die AWO oder auch über die Angebote von "Lehrte hilft" im Montagscafé und im Müttercafé nach Terminvereinbarung erfolgen.

Weitere Informationen gibt es auch auf der Homepage der Stadt Lehrte.

Es gibt viele offene Fragen, z.B.: Darf man von der Ukraine einfach nach Deutschland einreisen? Muss man sich bei der Stadt anmelden? Braucht man eine Aufenthaltserlaubnis? Wie bekommt man Geld und andere Hilfen? Die Fragen beantwortet auch die Niedersächsische Landesregierung ausführlich auf ihrer Homepage. Außerdem gibt es eine Hotline der Landesaufnahmebehörde.

Und am Ende noch etwas ganz Wichtiges: Deutschland ist ein Land der Bürokratie. Im Moment erleben die Geflüchteten eine Reihe von Erleichterungen, die auf Dauer sicher nicht durchhaltbar sind. Bitte versuchen Sie, soweit möglich, sich fehlende Dokumente, wie zum Beispiel Schulzeugnisse, Ausbildungsnachweise, Studiendiplome, Impfnachweise per Foto zuschicken zu lassen. Wichtig dabei ist, dass der Name und die Schule, der Betrieb, die Universität, der Arzt klar erkennbar sind. Auch verfügt jedes Dokument über einen Stempel, der sichtbar sein sollte. Diese Fotos ersetzen keine Originale, aber sind ein Beweis für ihre Ausbildungen oder erhaltenen Impfungen. Sollte dieses aufgrund des Krieges nicht möglich sein, wird es in Deutschland andere Lösungen geben müssen. Deutlich einfacher gestaltet sich der weitere Weg aber mit diesen Dokumenten.